ARCHERS DU NORD

 

Wie der noch nicht bogenschießende Leser den folgenden Ausführungen entnehmen wird, ist Bogenschießen heutzutage mehr als Haselnussstecken und Paketschnur. Vielleicht sind Sie ja der nächste Bogenschütze, der dieser wunderbaren Sucht verfällt. Dabei ist es unerheblich, ob man den Pfeil möglichst hightech oder mit einfachsten Mitteln ins Ziel bringen will. Das bleibt Ihnen überlassen und das kann Ihnen auch keiner vorschreiben.

Auch wenn Sie kein Bogenschütze werden wollen, probieren Sie es doch mal aus, denn es macht einfach nur Spaß!

1. Geschichte

Mehr als 14000 Jahre ist es her, dass der Bogen in der Steinzeit erfunden wurde. Im Gegensatz zu den anderen damals verwendeten Waffen, wie z.B. die Speerschleuder, stellte der Bogen die erste Waffe dar, in der Energie direkt gespeichert werden konnte. Diese Energie konnte ab sofort zielgerichtet und mit hoher Energieeffizienz durch das Öffnen der Finger einfach abgegeben werden.

Abhängig vom Kulturkreis und vom jeweiligen Verwendungszweck entwickelte sich der Bogen in unterschiedliche Richtungen. Während z.B. die Indianer meist kurze Flachbogen bevorzugten mit denen man auch vom Pferd aus schießen konnte, setzte sich in Europa der aus der Robin Hood Saga bekannte Langbogen durch. Dieser war im Mittelalter häufig schlachtentscheidend. Mit starken Zuggewichten konnten die Pfeile massiert in die gegnerische Schlachtreihe geschossen werden und gleichzeitig eigene Verluste dabei vermeiden.

Eine nennenswerte Weiterentwicklung brachten die Mongolen auf ihren siegesreichen Feldzügen mit nach Europa: Den Kompositbogen. Im Gegensatz zu den reinen Holzbogen ihrer Gegner verwendeten die Orientalen auch Materialien wie Horn und Tiersehnen, die bereits vorgebogen und so viel leistungsfähiger waren, als die europäischen Langbogen. Durch die handliche Bauweise eignete sich dieser Bogen für die mongolischen Reitervölker perfekt, um diese Waffe vom Pferd aus benutzen zu können. Dieser Kompositbogen mit seinen rückwärts vorgebogenen Armen stellt somit den Urahn des sogenannten Recurvebogen dar, mit dem heutzutage auch die olympischen Bogensportwettkämpfe bestritten werden.

Viele Jahrtausende überdauerte der Bogen als effektive Waffe die Zeit, bis sie im ausgehenden Mittelalter von der Armbrust und später von der Steinschlossflinte verdrängt wurde. Danach fristete der Bogen lange Zeit ein Schattendasein, da seltener auf den Bogen zurückgegriffen wurde, stellten sich doch die Pulvergewehre als effektiver heraus.

Erst im ausgehenden 19. Jahrhundert fand der Bogen wieder den Weg in eine breitere Öffentlichkeit zurück. Zum einen wurde Bogenschießen 1900 in den Kanon der neuzeitlichen olympischen Spiele aufgenommen und verblieb dort bis 1920. Zum anderen fand der Amerikaner Dr. Saxton Pope ein letztes Mitglied eines ausgestorbenen Indianerstammes mit Namen Ishi, von dem er die Jagd mit Pfeil und Bogen erlernte und darüber ein Buch schrieb. Viele folgten daraufhin seinem Vorbild und generierten den Boom der bis heute in den U.S.A. anhält: Die Jagd mit Pfeil und Bogen.

Gab es am Anfang immer noch hauptsächlich handgefertigte Holzbogen, nahm in den 50er Jahren auf Grund der Fiberglasverwendung die Industrialisierung der Bogenherstellung zu. Dies sorgte für eine weitere Ausdehnung des Bogensports.

Eine wirklich revolutionäre Weiterentwicklung des Bogens gelang nach mehr als 14000 Jahren dem Amerikaner Hollis Wilbur Allen im Jahre 1969. Er kam auf die Idee an den Wurfarmenden Rollen zu montieren, die außerhalb der Rollenmitte gelagert waren. Außerdem waren die Rollen elliptisch geformt. Durch diese Neuerungen ergaben sich zwei positive Dinge. Zum einen wurde das Zuggewicht im vollen Auszug reduziert, zum anderen speicherte dieser Bogen mehr Energie. So war es möglich, höhere Pfeilgeschwindigkeiten bei geringerer körperlicher Anstrengung zu erreichen. Außerdem erhöhte sich die Präzision, da der Bogen viel ruhiger gehalten werden konnte.

Etwa zur selben Zeit (1972) wurde Bogenschießen nach langer Abstinenz endlich wieder olympisch. Als einziger Bogen wurde der Recurve mit Visier zugelassen, was besonders in Deutschland dazu führte, dass sich der Deutsche Schützenbund (DSB) – damals die einzige Anlaufstelle für Bogenschützen auf Verbandsebene – nur auf diese Bogengattung fokussierte. Alle anderen Bogenschützen, z.B. mit Langbogen oder Compound, fanden keine Beachtung. Die Gegenreaktion erfolgte 1981 mit der Gründung des Deutschen Feldbogen Verbands (DFBV). Im Gegensatz zum DSB wurden beim DFBV eine Vielzahl von unterschiedlichen Stilarten begründet, so dass sich zukünftig alle Bogenschützen meisterschaftlich messen konnten.

Außerdem fand durch den DFBV auch eine neue Disziplin in Deutschland Einzug: Das sogenannte 3-D Schießen. Hierbei wird nicht wie üblich auf die bekannten, runden Scheiben geschossen, sondern auf dreidimensionale Schaumstofftiere. Diese sind meist auf Rundparcours in Wald und Feld aufgestellt. Dadurch, dass man bei dieser Disziplin Naturerlebnis und Bogenschießen kombinieren kann, erfreut sich diese Art des Bogensports immer mehr Anhänger.

Neben Einführung des 3-D Bogenschießens hat auch das Internet dazu bei getragen, das sich die Anzahl der Bogenschützen in den letzten zwei Dekaden vervielfältigt hat. Besonders das Internet hat dazu beigetragen, die ehemals eher versteckte Sportart für Jedermann zugänglich zu machen.

Mit der Bogensportmesse in Tübingen möchten wir den Bekanntheitsgrad dieser wunderbaren Sportart in der Öffentlichkeit und in den Medien noch erhöhen.

Sie tragen als Besucher dazu bei.

 http://www.bogensport-messe.de/

2. Die Ausrüstung

2.1 Bogen

2.1.1 Der Holzbogen
Der bevorzugte Bogen für Schützen, die den Indianern und den mittelalterlichen Bogenschützen nacheifern wollen. Der Holzbogen besteht aus einem Stück Holz. Da Holz bei Belastung immer weicher wird und über den Handrücken geschossen wird, ist dieser Bogen vergleichsweise langsam und unpräzise. Daher nur empfehlenswert für Schützen, für die es aus traditionellen Gründen nur ein Bogenmaterial gibt: Nämlich Holz.

2.1.2 Der moderne Langbogen

Von der Form her ist der moderne Langbogen dem reinen Holzbogen sehr ähnlich. Allerdings ist das verwendete Holz schichtverleimt und mit Fiberglas an den Wurfarmen versehen. Dadurch erleidet der Bogen auf die Dauer keinen Kraftverlust und erzeugt eine höhere Pfeilgeschwindigkeit. Durch die Geometrie ist er jedoch immer noch langsamer und unpräziser als der nächste Bogen in der Vorstellung: Der Recurvebogen.

2.1.3 Der Recurvebogen

Der Recurvebogen (sprich: „rikörf“) unterscheidet sich vom Langbogen, wie die Bezeichnung Recurve schon verrät, durch die zurück gebogenen Wurfarme. Dadurch ist dieser Bogen in der Lage, die gespeicherte Energie beim Abschuss, im Gegensatz zum Langbogen, schneller aber sanfter abzugeben. Dazu kommt noch, dass Recurvebogen meist ein weit ausgeschnittenes Fenster haben, was einen besseren Pfeilflug gewährleistet. Recurvebogen kann man mit oder ohne Visier schießen.

2.1.4 Der Compoundbogen

Der Compoundbogen (sprich: „kompaund“) stellt die bisher höchste Entwicklungsstufe bei den Bögen dar. Durch sein Rollensystem reduziert sich das Haltegewicht bis 90 Prozent. Das bedeutet, dass der Schütze beispielsweise von den 60 Pfund , die er am Anfang ziehen muss, im Vollauszug nur noch 6 Pfund zu halten hat. Dazu kommt, dass der Compoundbogen mehr Energie speichert als alle anderen Bogenmodelle und diese viel schneller wieder abgibt. So ist der Compoundbogen sowohl der schnellste (bis über 400 km/h) als auch der präziseste Bogen, den es gibt. Allerdings ist es auch mit Abstand der Technischste und so sollte der Schütze neben seiner Schießfähigkeit auch die Schraubfertigkeit unter Beweis stellen können. Der Compound kann mit oder ohne Visier, mit Finger (eher ungewöhnlich) oder mit mechanischer Ablasshilfe (englisch: „Release“; sprich: „Rielies“) geschossen werden.

2.1.5 Die Exoten

dazu zählen unter anderem der orientalische Reiterbogen und der japanische Zen-Langbogen. Ersterer wir hauptsächlich von Bogenschützen verwendet, die in hunnischer Tradition vom Pferd ausschießen. Der Reiterbogen entspricht von der Form her einen einem kurzen, einfachen Recurvebogen.
Der Zen-Langbogen wird beim Zen Bogenschießen verwendet und dient hauptsächlich meditativ-rituellen Zwecken. Seine außergewöhnliche Form – der obere Wurfarme ist viel länger als der untere – macht diesen Bogen nicht leicht zu Schießen. Dieser Aspekt ist deshalb auch Teil der Meditation, bei der, der Weg das Ziel darstellt.

2.2 Pfeile

Pfeile gibt es in drei unterschiedlichen Werkstoffen: Holz, Alu und Carbon (Es gibt auch Pfeile aus Fiberglas, aber diese sind nur als Spielzeug geeignet). Wie man im folgenden sieht, kommt es bei der Auswahl des passenden Pfeilwerkstoffes auf den Verwendungszweck an. Neben dem Material ist der sogenannte Spinewert (Durchbiegefähigkeit des Pfeils) entscheidend. Je nachdem wie lang der Pfeil ist und wie viel Energie der Bogen an den Pfeil transferiert, benötigt man einen steiferen oder schwächeren Pfeil. Wenn der Spinewert nicht stimmt, fliegt der Pfeil nicht gerade, sondern schlingert. Nun die einzelnen Materialien:

2.2.1 Holzpfeil

Holz ist zum erfolgreichen Treffen sicher die schlechteste Alternative (Rundlaufgenauigkeit, Gewichtstoleranz, Haltbarkeit). Aber Holz sieht schön aus und lässt sich gut verzieren (z.B. mit Lack oder Beize) und war natürlich DAS Material unserer Bogenschießvorfahren. Deswegen ist der Holzpfeil bei mittelalterlichen Turnieren Vorschrift und auch bei den meisten Bogenverbänden müssen die Schützen der Langbogenklasse aus historischen Gründen auf Holz zurückgreifen.

2.2.2 Alupfeil

Aluminium weißt die besten Eigenschaften in den Punkten Geradigkeit und Gewichtstoleranzen auf (Zumindest der Easton X7 und XX78). Nachteilig ist das relativ hohe Eigengewicht (etwa 30% schwerer als Carbon!) und die Haltbarkeit. Bei einem 60 Pfund Compound und einer gepressten Strohscheibe werden Alupfeile schon vom Schießen krumm! Leider gibt es bei Alu auch riesige Qualitätsunterschiede je nach Legierung. Manche Alupfeile kommen schon krumm aus der Maschine. Dafür ist er halt billig.
Durch seine vorzügliche Geradigkeit und Gewichtstoleranz wird der Alupfeil hauptsächlich für die 18 Meter Disziplin bei Hallenturnieren verwendet – Maximale Präzision auf kurze Entfernung.
Eine weitere sinnvolle Verwendung finden Alupfeile bei sehr geringen Auszugslängen und Zugstärken. So bietet der Easton Jazz auch für Kleinkinder fast immer den richtigen Spinewert.

2.2.3 Carbon

Das extrem leichte Gewicht und die Haltbarkeit haben dafür gesorgt, dass der Carbonpfeil in den letzten 15 Jahren dem Alu den Rang abgelaufen hat.
Ob für den Einsteiger, für den Profi oder für die Jagd – für alle Bereiche bietet der Markt ein entsprechendes Produkt. Umso teurer das Produkt ist, umso besser ist in der Regel die Rundlaufgenauigkeit und die Gewichtstoleranz.

2.2.4 Alucarbon

Alu-Carbon Pfeile sind immer noch das Maß aller Dinge im Wettkampfbogensport (auch preislich!). Dabei wird ein dünnes Alurohr mit Carbonfasern umwickelt - beim ACE und X10 sogar gebarreled, d.h. dass sich die Pfeile zu den Enden hin verjüngen. Diese Pfeile sind in der Lage trotz ihres dünnen Querschnitts viel Energie aufzunehmen (fliegen also länger „gerade“), sind windunanfälliger und fehlerverzeihend.

2.3 Zubehör

Neben Pfeil und Bogen gibt es diverses Zubehör, die das Schießen angenehmer machen.

2.3.1 Armschutz

Wer als Anfänger beim Schuss schon mal die Sehne gegen den Arm bekommen haben, wissen spätestens jetzt, wofür ein Armschutz gut ist.

2.3.1 Fingerschutz

Auch für die Finger gibt es einen Schutz. Zwar kann man einen Bogen mit leichtem Zuggewicht auch mit den nackten Fingern einige Zeit schießen. Irgendwann tut es jedoch weh. Dann hilft entweder ein Schießhandschuh, bei dem die drei Zugfinger geschützt sind oder ein Tab, welches als „Lederlappen“ über die Finger gelegt wird.

2.3.2 Brustschutz

Der Name ist eigentlich ein bisschen irreführend, da dieses Teil nur sehr wenig Schutz bietet, wenn die Sehne an der Brust richtig streift. Vielmehr sorgt der deswegen auch als Streifschutz bezeichnete Brustschutz eher dafür, dass die Sehne nicht durch die Oberbekleidung gebremst wird.

2.3.3 Visier

Sowohl für Recurvebogen als auch für Compounds gibt es diverse Visiere für Compounds sogar mit Vergrößerungslinse), die an die Bögen geschraubt werden können. Dies erhöht die Präzision natürlich ungemein, hat aber nichts mehr mit dem traditionellen Bogenschießen unserer Vorfahren zu tun. So bleibt es jedem Schützen selbst überlassen, welche Art des Schießens bevorzugt wird.

2.3.4 Stabilisatoren

Stabilisatoren kennt man von den olympischen Spielen. Es sind lange Carbon- oder Alustangen, die nach vorne am Bogen festgeschraubt werden und helfen den Bogen ruhiger auf dem Ziel zu halten. Durch den langen Hebel wird der Bogen sehr kopflastig. Aus diesem Grund gibt es Konterstabilisatoren, die nach hinten montiert werden, und dem weit vorne liegenden Schwerpunkt entgegenwirken. Häufig stellen sich Laien die Frage, warum die Bogen beim Abschuss nach vorne kippen. Das hat zwei Ursachen. Zum einen wird die Bogenhaltehand beim Schießen offen gelassen und ist nur mit einer Schnur mit dem Bogen verbunden, dass dieser nach dem Abschuss zu Boden fällt. Zum anderen liegt der Schwerpunkt trotz Konterstabilisatoren immer noch weit vorne. Dadurch kippt der Bogen nach vorne ab.

2.3.5 Köcher

Im Köcher werden die Pfeile aufbewahrt, bevor sie geschossen werden. Es gibt Köcher für den Rücken (a la Robin Hood), für die Seite (am Gürtel befestigt) oder direkt am Bogen (eher was für die Jagd. Meist haben Köcher auch kleine Taschen um Zubehör oder Ersatzteile verstauen zu können. Sehr gerne werden Köcher mit Buttons, Aufnäher, Plüschtiere, Glücksbringer, usw. verziert und sind so häufig individueller Ausdruck der Persönlichkeit eines Bogenschützen.
Bogenständer

3. Disziplinen

3.1 Fita 70 Meter

Die 70 Meter Distanz wird bei der Olympiade auf ebener Fläche, meist Sportplätze geschossen (bei anderen 70 Meter Turnieren natürlich auch, aber die Olympiade ist natürlich das Bekannteste). Dabei werden zweimal 36 Pfeile (6 Passen a 6 Pfeile) auf 70 Meter geschossen. Die verwendete Scheibe hat einen Gesamtdurchmesser von 122 cm, der höchste Wertungsbereich, die Zehn, 12 cm. Das bedeutet, dass man versucht mit eigener Muskelkraft auf 70 Meter einen Bierdeckel zu treffen.

3.2 Große und kleine Fita

Die Große und kleine FITA sind ebenfalls Disziplinen, die auf Sportplätzen mit dem olympischen Recurve oder mit dem Compound ausgetragen werden. Die Große FITA ist hierbei die schweißtreibendste Disziplin. Über einen ganzen Tag verteilt werden jeweils 36 Pfeile auf 30, 50, 70 und 90 Meter (Herren; bei den Damen 30,50,60 und 70 Meter), also insgesamt 144 Pfeile, geschossen. Im Weltcup dient die große FITA als Qualifikationsrunde fürs Finalschießen.
Bei der kleinen FITA wird auf die weiteste Entfernung verzichtet.

3.3 Finalschießen

Um große nationale und internationale Meisterschaften für Zuschauer interessanter zu machen, hat man das Finalschießen eingeführt. Früher haben alle Schützen gleichzeitig geschossen und so war es für den Laien nicht möglich zu sagen, wer gerade führt. Als Qualifikation wird heute meist die olympische Runde oder eine große FITA geschossen. Danach treten die Finalisten nach ihrer Qualifikationsplatzierung gegeneinander an, z.B. der 1. gegen den 16., der 2. gegen den 15. usw.. In jeder Eliminationsrunde schießen beide Opponenten 12 Pfeile, um den Sieger für die nächste Runde zu ermitteln. So ist es für den Zuschauer einfacher nachzuvollziehen, wer gerade führt, da im Finalschießen immer nur zwei Schützen gegeneinander antreten.

3.4 Halle

Im Winter wird indoor, zumeist in Sporthallen geschossen. Dabei hat sich bauartbedingt vieler Schulturnhallen die 18 Meter Distanz weltweit etabliert. Im Gegensatz zu den 72 Pfeilen im Sommer werden in der Halle lediglich 60 Pfeile (2x 30 Pfeile) geschossen. Für Compoundschützen misst die Zehn lediglich 2 cm, für die übrigen Stilarten 4 cm. 

3.5 Feldschießen

Beim Feldschießen wird ebenfalls auf runde Zielscheiben geschossen. Im Gegensatz zu den FITA Runden findet das Feldschießen im Gelände (meist Wald) statt. So hat der Schütze mit Bergauf- und Abschüssen zu kämpfen. Außerdem stehen die Zielscheiben in unterschiedlichen, teilweise unbekannten Entfernungen und sind entsprechend der Entfernungen unterschiedlich groß. Je nach Verband werden entweder 3 Pfeile auf 24 Ziele oder 4 Pfeile auf 28 Ziele geschossen. Die Scheiben sind ähnlich wie beim Golf auf einen Rundparcours angeordnet und man ist mit 4-8 anderen Schützen zusammen in einer Gruppe unterwegs.

3.6 3-D Schießen

Das 3-D Schießen ist die Disziplin, die momentan den meisten Zulauf geniest. Der Ablauf ist ähnlich wie beim Feldschießen, jedoch wird statt auf Papierscheiben auf originalgetreue Schaumstofftiere geschossen. Hierbei sind alle Entfernungen unbekannt. Ursprünglich entstammte diese junge Sportart aus dem sogenannten Roving, mit dem amerikanische Bogenjäger ihre Schießfertigkeit trainierten. Damals zog man durch den Wald und wählte Tannenzapfen oder Moosbüschel als Ziele. Seit dieser Zeit hat sich etliches maßgeblich geändert. Heute wird 3-D Bogenschießen als eigenständige Sportart und nicht mehr als Jagdtraining begriffen. Auf nationalen und internationalen Meisterschaften und Turnieren gilt es heutzutage den Pfeil bestmöglich in die auf den Tieren eingestanzte Wertungszone zu bringen, ohne das der Großteil der Teilnehmer jemals auf ein echtes Tier angelegt hätte.

Home